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Lang Lang mit neuem Album

Lang Lang mit neuem Album

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Was haben Lang Lang, The Who und Tom & Jerry gemeinsam?
Sie alle vereint ein Künstler, der bereits vor 200 Jahren ein Womanizer , weltumjubelter Popstar und ein musikalisches Genie war – Franz Liszt

„Das Konzert bin ich“ − mit dieser griffigen Formel könnte man gut die sagenhafte Karriere beschreiben, die der chinesische Starpianist Lang Lang in den vergangenen zehn Jahren absolviert hat. Das Bonmot stammt aber nicht von Lang Lang sondern von einem Pianisten und Komponisten, dessen 200. Geburtstag und 125. Todestag in diesem Jahr auf der Agenda stehen: Franz Liszt.

Franz Liszt war ein Superstar, ein Genie, eine europäische Berühmtheit, kurzum: eine absolute Ausnahmeerscheinung. Bereits als Wunderkind faszinierte er in Wien, Paris und London sein Publikum. In den 1830er und 40er Jahren bereiste er ganz Europa und trieb seine Karriere in schwindelerregende Höhen. Die Presse berichtete ausführlich über seine Konzerte und noch ausführlicher über seine zahlreichen Kapriolen, die das Liszt-Fieber zusätzlich anheizten.

Es herrschte eine regelrechte „Lisztomanie“ − der Pianist erschien als eine Art „Popstar“, und halb Europa war verrückt nach ihm. Liszts knapp 75 Lebensjahre waren reich an sensationellen Triumphen und schlimmen Tragödien, viele Details sind ebenso grandios wie skandalös, andere sind betörend wie verstörend. Franz Liszts Biographie hat zweifellos das Zeug aus dem spannende Filme gemacht werden. Kein Wunder, dass britische Studios auf diesen Lebensroman aufmerksam wurden. Im Oktober 1975 kam Ken Russells Streifen „Lisztomania“ in die Kinos; ein anderer Superstar, Roger Daltrey, der Sänger der englischen Rockband „The Who“, spielte die Hauptrolle.

Zum 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt widmet der Pianist Lang Lang seinem persönlichen Klavier-Helden ein umfangreiches Aufnahmeprojekt. Die Veröffentlichungen umfassen das Album „Liszt– My Piano Hero“ sowie die DVD und Blu-Ray „Liszt Now“.
„Liszt – My Piano Hero” wird am 19. August veröffentlicht und enthält Solowerke und Transkriptionen von packender Virtuosität und Poesie. Das Album enthält unter anderem die beiden „Ungarischen Rhapsodien Nr. 6 und 15“, den „Liebestraum“, „Grand galop chromatique“, das „Ave Maria“ von Liszt/Schubert sowie „La Campanella“ aus den „Grandes Études de Paganini“. Ergänzt wird das Solorepertoire durch Franz Liszts Klavierkonzert Nr. 1, welches Lang Lang mit den Wiener Philharmonikern unter Valery Gergiev eingespielt hat.

„Liszt Now“ auf DVD und Blu-Ray folgt am 18. November. Die DVD beinhaltet sowohl das Liszt-Recital im Londoner Roundhouse, welches Lang Lang im Rahmen des iTunes-Festivals gibt, als auch die Dokumentation „The Art of Being a Virtuoso“, produziert von der preisgekrönten Filmproduktionsfirma Boomtown Media.

Franz Liszt ist Lang Langs  „Piano Hero“. Es war Franz Liszt, der Lang Langs erste Begegnung mit klassischer Musik entscheidend prägte – im Alter von zwei Jahren sah er eine Folge von „Tom und Jerry“, musikalisch unterlegt von der „Ungarischen Rhapsodie Nr. 2“. Seither verehrt er ihn als Ikone des pianistischen Virtuosentums und als innovativen Komponisten und wird Liszts 200. Geburtstag mit zahlreichen Konzerten in der Spielzeit 2011/2012 begehen.

Zusätzlich zu einer großen Liszt-Tour mit Konzerten bei den Salzburger Festspielen, der „Last Night of the Proms“ sowie Konzerten in Japan sind weitere Veranstaltungen geplant, mit denen Lang Lang Liszts Musik einem möglichst breiten Publikum nahebringen möchte. Am 25. Juli gibt es einen Live-Stream vom iTunes-Festival mit Lang Lang als Liszt-Interpreten an einem berühmten Veranstaltungsort für Rock-und Pop-Musik: Londons Roundhouse. Am 22. Oktober, dem Tag, an dem Liszt geboren wurde, wird Lang Lang zusammen mit dem Philadelphia Orchestra dessen erstes Klavierkonzert aufführen. Außerdem für den Herbst geplant ist eine große internationale Fernsehausstrahlung der Dokumentation „The Art of Being a Virtuoso“. Von Anfang Juli bis zur Veröffentlichung des Liszt-Projekts wird Lang Lang mittels eines wöchentlichen Video-Blog „Journeys with My Piano Hero“ auf sein persönliches Liszt-Jubiläum hinweisen.

Lang Lang spielt Liszts Klavierkonzert Nr. 1:

17.07.11 München, Odeonsplatz – Münchner Philharmoniker

20. & 21.08.11 Salzburger Festspiele (A) – Wiener Philharmoniker
07. & 08.09.11 San Francisco (USA) – San Francisco Symphony Orchestra
10.09.11 „Last Night of the Proms“, London (UK)– BBC Symphony Orchestra
28.-30.09.11 Amsterdam (NL) – Royal Concertgebouw Orchestra
04.10.11 Brüssel (B) – Royal Concertgebouw Orchestra
05.10.11 Köln, Philharmonie– Royal Concertgebouw Orchestra
12.-16.10.11 Yokohama, Tokio, Hiroshima, Nagoya (J)
20. & 22.10.11 Philadelphia (USA) – Philadelphia Orchestra
24.01.12 New York (USA) – New York Philharmonic Orchestra

Franz Liszt – Womanizer & weltumjubelter Popstar

Spannend war Liszts Leben in der Tat. Er betrat die Bühne als ein europäisches Phänomen: am 22. Oktober 1811 im ungarischen Raiding geboren, zog er schon mit zwölf Jahren nach Paris. Dort eroberte das Wunderkind die Salons − „Le petit Litz“ war in aller Munde.
Bereits als Teenager unternahm er ausgedehnte Konzerttourneen. Wenn er nicht gerade halb Europa bereiste, lebte er mit seinen Eltern in Paris. In der Seine-Metropole lernte er beispielsweise Frédéric Chopin, George Sand, Hector Berlioz, Victor Hugo, Alexandre Dumas, Honoré de Balzac, Heinrich Heine und Niccolò Paganini kennen. Die Damen der vornehmen Pariser Gesellschaft lagen dem Womanizer zu Füßen. Sein Liebesleben galt als verrucht, mit der verheirateten Marie d’Agoult zeugte er drei Kinder. Seine Tochter Cosima sollte später den Komponisten Richard Wagner heiraten.Es folgten Jahre des unentwegten Reisens. Es ist auch für heutige international konzertierende Künstler kaum vorstellbar, was er damals geleistet hat: Liszt spielte in den gut acht Jahren von 1839 bis 1847 über 1000 Konzerte, manchmal trat er drei bis vier Mal pro Woche auf. Von St. Petersburg bis Lissabon und von Glasgow bis Konstantinopel bereiste er das damalige Europa. Das war mit enormen Strapazen verbunden, die er nur mithilfe eines beeindruckenden organisatorischen Aufwands bewältigen konnte. Da die Entwicklung der Eisenbahn noch in den Kinderschuhen steckte, war Liszt zu Land auf die Kutsche als primäres Beförderungsmittel angewiesen.
Im Februar 1840 erwarb er sogar eine eigene Karosse. Gekrönte Häupter empfingen und hofierten ihn – er spielte vor Königen, Fürsten und Grafen, vor der englischen Queen, dem Sultan von Konstantinopel und vor dem Zaren in Sankt Petersburg.

Liszt erfand gewissermaßen den Beruf des international agierenden Konzertpianisten. Als Erster spielte er von Bach bis zu seinem Zeitgenossen Chopin das damals bekannte Klavierrepertoire – und zwar auswendig. Dabei entrümpelte er die gängigen Präsentationsformen.

Musste ein Pianist sich bislang meistens das Podium mit anderen Künstlern teilen und irgendwelche Sängerinnen oder Geiger begleiten, trat Liszt alleine auf. Er erfand gewissermaßen den Klavierabend. Hatte der Flügel bis dahin längs zum Publikum gestanden, brachte Liszt das Instrument in die Position, die wir auch heute kennen: quer zum Auditorium. Diese Stellung war akustisch ohnehin viel günstiger, sie hatte aber noch einen weiteren Vorteil: Der Interpret verschwand nicht mehr hinter seinem Instrument, er wurde vollständig sichtbar. Das Profil, die Mimik und Gestik, die Körperhaltung – das alles rückte in den Fokus. Mit einem Satz: Franz Liszt war der erste Konzertpianist moderner Prägung.

Auch als Komponist war Franz Liszt ein Revolutionär: Er schrieb bahnbrechende Werke, die dem Klavier ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffneten. „Für meine neue CD habe ich einige seiner besten und bekanntesten Werke ausgewählt“, erläutert Lang Lang. Zu Liszts beliebtesten Kompositionen gehört zweifellos das 1. Klavierkonzert, in dem er mehrere Teile kunstvoll zu einem Ganzen zusammenfügt. Erste Skizzen datieren bereits aus den frühen 1830er Jahren, Liszt scheint sich mit dem Konzert aber erst ab 1846 intensiv beschäftigt zu haben. In der heute bekannten Form wurde es im Februar 1855 in Weimar uraufgeführt. Liszt selbst saß am Klavier, das Orchester leitete sein Freund und Kollege Hector Berlioz. Das berühmte erste Thema ist martialisch und auftrumpfend und beherrscht das gesamte Werk während die Orchestrierung leicht und gewissermaßen spritzig erscheint.

Links:

www.langlang.com
www.sonymusic-klassik.de

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